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Sozialverträgliche Herstellung soll Arbeitsplätze für Eltern von Kindern mit einer Behinderung und für Behinderte schaffen
11-03-10 14:57 VON: JS
Die Firma Schweizer Leuchtturm GmbH stellt zahlreiche, exklusive Fotoprodukte wie Kalender, Küstenführer, Kunstkarten und Grusskarten her, welche im Online-Shop auf www.foto-produkte.ch angeboten werden. Bei der Herstellung der Produkte wird, wie in der Firmenphilosophie verankert, auf soziale Verantwortung grossen Wert gelegt. Wie sich eine sozialverträgliche Herstellung und die Einhaltung von versprochenen Lieferterminen miteinander vereinbaren lassen, erfahren Sie im Interview mit den beiden Geschäftsinhabern: Kat Grubenmann und Keri Maurer.
Wie sieht diese sozialverträgliche Herstellung von exklusivem Fotomaterial und den Küstenführern aus? Alle unsere Gruss- und Kunstkarten werden mit einer Originalfotografie bestückt. Diese Fotos werden mittels eines Spezialklebers aufgeklebt, sodass sie wieder entfernt werden können. Diese Klebearbeiten werden je nach Bestellungseingang von der Mutter eines behinderten Kindes ausgeführt. Diese Produktion steckt noch in den Anfängen, da eben die Bestellmengen ausschlaggebend und wir noch eine sehr junge Firma sind. Küstenführer: Die Showbesucher unseres ersten Multimedia-Show Projektes " Die Küsten der Bretagne" haben uns gebeten, unsere Erfahrungen sowie unsere Insiderkontakte und die vertieften regionalen Kenntnisse, die wir auf unseren Recherchereisen erworben haben, in einem Küstenführer der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. So entstand unser neues und einzigartiges Reiseführer-Konzept. Wichtigste Kriterien für die Umsetzung dieser Bücher waren der Inhalt, ein praktisches Handling für unterwegs, eine nachhaltige sozialverträgliche sowie umweltfreundliche und klimaneutrale Herstellung. Gemäss unserem Motto: Von Reisenden für Reisende. Wir wollten von Anfang an keine "Billig-Produktion" beispielsweise in China machen, obschon wir dabei eine wesentlich höhere Marge hätten erzielen können. Es war unser Anspruch, dass das Buch nicht nur inhaltlich zum sensiblen Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt beiträgt sondern auch in seiner Herstellung diesem Anspruch entspricht. So lassen wir diese Bücher in einer Behindertenwerkstätte in der Schweiz (WBZ Wohn- und Bürozentrum für Körperbehinderte, Reinach BL) drucken und binden. Diese Werkstätte produziert zudem klimaneutral auf FSC-Papier. Womit unsere sämtlichen Anforderungen an unseren Druckerei-Partner erfüllt werden konnten!
Wie ist die Idee für diese nicht alltägliche Herstellungsmethode und damit verbunden Ihr soziales Engagement entstanden? Auf unseren vielen gemeinsamen Reisen an den Küsten Europas (wir tun das nun seit 7 Jahren gemeinsam und davor schon einige Jahre unabhängig voneinander) erkannten wir unser Privileg, gesund und unabhängig reisen zu können und die Schönheit der Natur nach Gutdünken entdecken zu dürfen. Uns wurde klar, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, da wir auch in unserem direkten privaten Umfeld Menschen kennen, die das nicht können. Sei dies aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen. So entstand die Idee zu unserem aussergewöhnlichen Multimedia-Show Konzept (www.multimediashow.ch), welches unter dem Motto steht: Einen Abend lang Ferien für alle und speziell für diejenigen, die selber nicht hinfahren können. Diesen Grundgedanken haben wir in der Folge bei der Entwicklung unserer Produkte durchgezogen.
Sie sprechen in Ihrem Portrait auch von einer Unterstützung weiterer einzelner Projekte – welche? Auf unseren Reisen treffen wir viele engagierte Menschen, die sich sowohl für handicapierte Menschen als auch für Natur und Umwelt einsetzen. Das kann sich um eine behindertengerechte Bowlingbahn handeln, wo der Inhaber selbst eine Rampe erstellen liess, damit die Bowlingkugel bequem vom Rollstuhl aus gerollt werden kann. Andererseits bezieht sich das auf Institutionen, wie beispielsweise Seehundaufzuchtsstationen, Vogelschutzreservate, Nationalparkverwaltungen sowie den WWF, für die wir uns ebenfalls engagieren.
Wie reagieren Ihre Kunden und Vertragspartner auf dieses soziale Engagement? Unsere Vertragspartner finden unser Engagement lobenswert. Bei unseren Kunden kommen sowohl die sozialen Beweggründe wie auch die erwähnte Herstellung sehr gut an, scheitert aber oft am eigenen Portemonnaie. Es ist nämlich wirklich so, dass diese Art von Herstellung nicht nur einen Mehrwert für die Produkte erzeugt, sondern auch deren Preise erhöht.
Was braucht es organisatorisch gesehen mehr, um eine herkömmliche Produktion auf eine sozialverträgliche Herstellung umzustellen? Eigentlich nicht wirklich viel, ausser vielleicht mehr Zeit, den geeigneten Partner zu finden und das Risiko, dass man vielleicht etwas über den handelsüblichen Preisen liegt. Natürlich muss man ebenfalls bedenken, dass eine sozialverträgliche Institution ihre Marktleistung nicht einfach auf Knopfdruck erhöhen kann, weil nicht alle handicapierten Menschen mit Leistungsdruck umgehen können. Dies erfordert manchmal eine etwas längerfristige Planung und eine flexiblere Haltung.
Wird Ihrer Ansicht nach das bewusste, sozial verantwortliche Handeln in der Wirtschaft in Zukunft mehr an Wichtigkeit gewinnen? Zu hoffen wäre das. Wir denken aber, dass es in einer Zeit, wo dem arbeitenden Menschen am Ende des Geldes immer mehr Monat übrig bleibt, die Wirtschaft weiterhin in Billigländern produzieren wird. Gewinn geht vor. Eine tragische Entwicklung, der wir persönlich versuchen, entgegen zu wirken.
Schweizer Leuchtturm GmbH, Keri Maurer Tel. 078 842 81 44, Kat Grubenmann Tel. 078 888 11 02, Berglirain 11, 8750 Glarus, kat@schweizerleuchtturm.ch keri@schweizerleuchtturm.ch , www.schweizerleuchtturm.ch |
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